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Staatliche Pornografie

Offener Brief von Young ‘n Precious and den Bundesrat und das BAG als Reaktion auf die neue HIV-Kampagne

Staatliche Pornografie

Nachdem die empörende „Love Life“-Kampagne vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) publiziert wurde, hat Young and Precious eine Beschwerde an das BAG und andere Verantwortliche geschrieben. Die Kampagne sollte eigentlich eine HIV-Prävention sein, doch sie wird von einer grossen Zahl verschiedener Organisationen und von vielen Menschen in der ganzen Schweiz heftig kritisiert.

Hier ist ein Link, wo du eine Petition gegen diese Kampagne unterschreiben kannst – auch wenn du nicht in der Schweiz lebst:
http://www.citizengo.org/de/signit/7710/view

Bitte unterschreibe, wenn du dieses Projekt unterstützen möchtest, das sich gegen diese falsche Prävention richtet!

Spendenkonto zur Unterstützung dieser Kampagne:
Postkonto 61-343559-5
IBAN: CH55 0900 0000 6134 3559 5

Vielen Dank!

LoveLife

Bitte bezüglich der neuen LOVE LIFE – Kampagne

Sehr geehrtes BAG

Wir sind eine Jugendorganisation, die sich unter anderem auch in der Präventionsarbeit unter Jugendlichen engagiert.
“Liebe das Leben und bereue nichts!” – Ein wunderbarerer Slogan, den wir sehr unterstützen. Ihre einseitige Interpretation in Form der neuen Kampagne hat uns jedoch sehr erstaunt oder vielmehr enttäuscht. Was Sie den Leuten für eine Botschaft übermitteln ist doch schlicht: lebe alle deine Lüste aus und du wirst glücklich sein! Du hast nichts zu bereuen! Aus folgenden weiteren Gründen halten wir diese neue Kampagne für unpassend und kontraproduktiv:

    • Die pornographisch wirkenden Bilder und Filmszenen erwecken, wie Sie selber schreiben, die “Lust nach Lust” und nicht die Lust nach Verhütung.
    • Mit Ihren Bildern banalisieren Sie die fatale Problematik des Sexting unter Jugendlichen. Wenn es lediglich Spass macht und Lebensfreude ausdrückt, sich in aufreizender Weise zu fotografieren usw. und es dabei nichts zu bereuen gibt,  warum sollte man dann diesen Trend nicht mitmachen?
    • Sie scheinen zu vergessen, dass es für die seelischen und psychischen Verletzungen kein Kondom gibt. Doch gemäss Ihrem Hintergrundpapier zur Kampagne sind knapp die Hälfte aller Gründe, weshalb Menschen etwas in ihrem sexuellen Leben bereuen, seelischer Natur. Diese Zahl können wir bestätigen – wir würden aus den Erfahrungen unserer Präventionsarbeit sogar sagen, dass dieser Anteil höher ist.
    • Dem Report „Rod Kommunikation“ ist zu entnehmen, dass lediglich 5% der Befragten in Ihrer Studie es nicht bereuen, in den letzten 12 Monaten ungeschützten Sex gehabt zu haben und keinen HIV-Test gemacht haben. Diese Zahl legitimiert den riesigen Aufwand an Kosten und das Ärgernis, welche die Kampagne für viele Leute bedeutet, nicht. Es ist ausserdem sehr fraglich, ob sich gerade diese 5% von der Botschaft der Kampagne angesprochen fühlen – was ja eigentlich Ihr Ziel wäre.

Unsere Schlussfolgerung lautet: Die erzielte Botschaft, sich mit einem Kondom zu schützen, wird nicht übermittelt. Auf Aids als Gefahr wird nicht hingewiesen. Hingegen unterstützen und fördern Sie einen ausschweifenden und freizügigen Lebensstil und somit eine einseitige Ansicht des Themas Sexualität und Prävention. Die Kampagne ermutigt und fordert dazu auf, nach dem Lustprinzip zu leben. Wir nehmen an, dass Sie auch im Klaren darüber sind, dass es einen nachhaltigeren Weg gibt! Falls nicht, sind wir sehr gerne bereit, Ihnen diesen Weg genauer zu erläutern.

Wir möchten Sie deshalb eindringlich bitten, das riesige finanzielle Kapital sinnvoller und wirklich präventiv einzusetzen und aufgrund der genannten Gründe auf die geplante Kampagne und weitere Ausstrahlungen des Video-Clips zu verzichten.

Mit freundlichen Grüssen,

Young and Precious Schweiz