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Empört über staatliche Pornographie

Warum wir Anzeigen in drei Zeitungen und auf vier Online-Portalen schalten.

Wir Jugendlichen befürworten HIV-Prävention. Wir befürworten den BAG-Slogan „Love Life – Bereue nichts“. Aber wir sind empört über die verantwortungslose, kontraproduktive steuerfinanzierte „Porno“-Kampagne des Bundesamtes für Gesundheit. Hier sind einige Gründe:

  • Die Erwachsenen warnen uns Jugendliche vor Sexting, dem Verschicken von Nacktbildern per Handy. Und dann klebt das Bundesamt für Gesundheit hochoffiziell die ganze Schweiz mit Nacktbildern zu! Was bitte ist da der Unterschied?
  • Das Bundesamt selbst schreibt in seinem Newsletter spectra 104, dass laut Studien bei Jugendlichen die Chance mit Rauchen oder Trinken anzufangen umso grösser ist, je höher die Konfrontation mit Tabak- oder Alkoholwerbung. Und dann will das BAG uns mit freizügigen Bildern wilder Sexszenen zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Sexualität bewegen. Ist das ihr Ernst?
  • In der Bundesverfassung ist der besondere Schutz von Kindern und Minderjährigen festgeschrieben. Doch der Hüter dieser Verfassung schaltet auf Staatskosten Sexspots im Schweizer Fernsehen um 20:00 Uhr, einer Zeit, zu der selbst kleine Kinder noch vor dem Fernseher sitzen. Sind wir hier im falschen Film?
  • Die internationalen Menschenrechte betonen immer wieder die unantastbare Würde des Menschen. Doch das Schweizer BAG stellt Männer und insbesondere Frauen als reine „Lustmaschinen“ dar. Hat Sexualität nichts mehr mit Verantwortung zu tun?
  • Unsere Gesellschaft betont gerne die Freiheit und Selbstverantwortung. Den Damen und Herren im BAG ist das egal: Sie zwingen alle in der Schweiz lebenden Personen, sich ihre Pornobilder anzusehen. Sie zwingen uns Jugendlichen ihre einseitige Sicht von Lust und Sexualität auf. Wo bleibt da unsere Freiheit?

Nachdenklich stimmen uns auch folgende Zitate:

  • „Ich finde es schlecht, dass man Jugendlichen sagt, dass sie keine Sex-Filme und Bilder anschauen oder gar machen dürfen, und gleichzeitig starten die Erwachsenen eine Kampagne, in der man genau das tun soll. Super Vorbilder!“ (Jugendlicher, 13 Jahre)
  • „Es wird echt immer primitiver, was in der Öffentlichkeit geboten wird. Und keiner denkt dabei an die Kinder. Für mich hat das Bundesamt für Gesundheit jede Glaubwürdigkeit verloren! Wer soll da noch Vertrauen haben, dass die Behörden wirklich die Gesundheit fördern und in der Schule sorgfältig mit dem Thema Sexualität umgehen? Stattdessen verharmlosen sie HIV und vermarkten die menschliche Sexualität als billige Ware. Gerade als Frau fühle ich mich durch diese Bilder sehr verletzt.“ (Mutter von drei Kindern)
  • Der prominente Freidenker und Immunologe Beda Stadler bezeichnet die Kampagne als „kontraproduktiv“ und sagt zu den freizügigen Bildern: «Da schaue ich gerne hin. Doch von der Wirkung her ist das Pornografie: Wenn ich diese Fotos anschaue, will ich doch einfach Sex.» (Schweiz am Sonntag, 17.05.14)

Es macht uns wütend, dass das BAG die Print-Kampagne ungeachtet zahlreicher Aktionen aus der Bevölkerung dennoch lanciert hat:

  • Über 10‘000 Menschen haben innerhalb von zwei Wochen einen offenen Brief der Schweizerischen Evangelischen Allianz an das BAG unterschrieben: Link.
  • Young and Precious Schweiz hat das Bundesamt sowie Bundesrat Berset am 10. Juni in einem offenen Brief mit obigen Argumenten ebenfalls dazu aufgefordert, die Kampagne zu stoppen: Link.
  • Die Schweizerische EVP hat in der Sommersession eine Interpellation zu diesem Thema gestartet.
  • 35 Kinder und Jugendliche und ihre Eltern haben am 22. Juli 2014 mit Unterstützung von Zukunft Schweiz und sechs weiteren Organisationen (darunter Young and Precious) ein Gesuch beim BAG eingereicht. Sie verlangen den umgehenden Stopp der Verbreitung der Sex-Plakate, welche die schutzwürdigen Interessen von Kindern und Jugendlichen massiv verletzen und haben angekündigt, die verantwortliche Behörde notfalls auch vor dem Bundesverwaltungsgericht zur Rechenschaft ziehen.
  • Zahlreiche Privatpersonen haben sich beim Bundesamt über die aktuelle Kampagne beschwert.

Ergebnis: Null. Unser Staat kümmert sich offenbar nicht mehr um die Bedenken der Bevölkerung.

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